FilmKunst-KunstimFilm GOYA – Ein Film von Konrad Wolf

20. Oktober 2010, 20.00 Uhr

Konrad Wolf würde in diesem Jahr, genauer am 20. Oktober 85 Jahre alt. Auch wenn man eigentlich keine außerhalb des künstlerischen Werkes liegende Gründe bemühen muss, ist das allemal Anlass fürs Forum Gestaltung, die Filme zu zeigen, in denen Wolf das Verhältnis von Kunst und Macht, aber auch das von Künstlern, Werk und Rezipienten gestaltet, mal, leiser und subtil, kammerspielartig wie in „Der nackte Mann auf dem Sportplatz“ (den das Forum im März dieses Jahres zeigte) mal opulent und monumental wie in „Goya“.

Don Francisco de Goya y Lucientes ist als Hofmaler Karls IV. zu Wohlstand und Ansehen gekommen. Aber Goya ist ein Mann des Widerspruchs. Er wankt zwischen Königstreue und Volksverbundenheit, zwischen ehelicher Treue und seiner Leidenschaft zur Herzogin Alba. Durch einen Freund kommt es zu der Schicksalsbegegnung mit der Sängerin Maria Rosario. Sie prangert in ihren Liedern offen Missstände an. Bald wird sie als Ketzerin vor die Inquisition gezerrt und der Maler als Zuschauer geladen – zur Warnung und Einschüchterung. Noch entkommt Goya der Verfolgung, aber die Inquisitoren sind ihm auf den Fersen.
Eine gelungene und farbenprächtige Literaturverfilmung mit exzellenten Schauspielern als Gleichnis auf die Gegenwart. Goyas arger Weg der Erkenntnis spiegelt sich auch in der Wahl der künstlerischen Mittel wider: Beginnt der Film als aufwendige Produktion im Hollywood-Stil, ist sie am Ende ganz konzentriert auf die Figur des einsamen, des zweifelnden Goyas.
Seine Weltpremiere feierte Konrad Wolfs Werk 1971 während des Internationalen Filmfestivals Moskau, wo er den Spezialpreis der Jury erhielt.
Die Internationalen Filmfestspiele Berlin haben ihn bisher drei Mal präsentiert: 1977 in der Messe- und Informationsschau, 1992 im Rahmen der Berlinale-Retrospektive „Babelsberg. Ein Filmstudio 1912–1992“ und 2009 in der Retrospektive „70 mm – Bigger than Life“. (Progress)

„Neben der inhaltlich sorgsamen Darstellung dieses komplexen Themas besticht dieser Film vor allem durch seine opulenten Bilder. Goya ist ohne Zweifel auch ein Kostümfilm. Und die Brillanz der Bilder ist der Kunstfertigkeit des Malers Goya durchaus angemessen.“
(Gaston Kirsche, taz 2005)

Spielfilm – DDR, 1971, FSK: 12
Regie Konrad Wolf
Drehbuch Angel Wagenstein

Literarische Vorlage Roman von Lion Feuchtwanger: “Goya oder Der arge Weg der Erkenntnis“
U.a. mit Donatas Banionis, Olivera Katarina, Fred Düren, Tatjana Lolowa, Rolf Hoppe, Mieczyslaw Voit, Ernst Busch, Gustaw Holoubek, Wolfgang Kieling

Öffnungszeiten


Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 11 bis 15 Uhr

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