Zürich-Magdeburg-Basel. Willi Eidenbenz -zum Beispiel

09. März - 08. Juli 2018

Nach Konrad Hoffmeister (2010), Horst Bartnig (2012) und Rolf Kuhrt (2017) widmet sich das Forum Gestaltung ein weiteres Mal dem Werk eines Künstlers bzw. Gestalters, dessen berufliche Laufbahn hier in Magdeburg begann und dessen Arbeit später national und international Beachtung gefunden hat.

Willi Eidenbenz, 1909 in Zürich geboren, verbrachte seine Kindheit in Indien, ehe er zur schulischen Ausbildung wieder in die Schweiz zurückkehrte und nach zwei Semestern an der Kunstgewerbeschule Zürich vom Endes des Jahres 1929 bis Februar 1933 an der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg studierte.

Willi Eidenbenz, Alpenbetrieb, Bleistift und Aquarell, 1929

Seit 1925 wirkte der heute als „Pionier des modernen Logos“ geltende Wilhelm Deffke als Leiter dieser bereits seit 1793 gegründeten Lehranstalt. Wie die Bauhaus-Direktoren Walter Gropius und Mies van der Rohe gehörte Deffke zu dem Kreis exponierter Gestalter, die vor dem Ersten Weltkrieg im Atelier von Peter Behrens gearbeitet und sich dort kennengelernt hatten.

Von Bruno Taut empfohlen, unterwarf Wilhelm Deffke die Magdeburger Schule ab 1925 gemeinsam mit Lehrern wie Johannes Molzahn, Margarete Naumann, Walter Dexel, dem ebenfalls aus dem Behrens-Kreis hervorgegangenen Peter Großmann und nicht zuletzt Hermann Eidenbenz, einem älteren Bruder von Willi, einer grundlegenden Umgestaltung.

Willi Eidenbenz, Rasierer, Ozalid-Kopie, o. J., um 1931

Willi Eidenbenz, Porträt Roswitha Hoppe, Fotografie, o. J., 1932

Willi Eidenbenz zählt zu denjenigen Schülerpersönlichkeiten dieser Zeit, die den zeitgemäßer moderner Gestaltung verpflichteten Geist der Schule auf mustergültige Weise in ihren Studienarbeiten wiederspiegeln und denen dieser in Magdeburg verinnerlichte gestalterische Ethos zur Grundlage ihrer späteren selbstständigen Arbeit als Gestalter und Künstler wird. Die Tatsache, dass Willi Eidenbenz seine Studienarbeiten sowohl aus Zürich als auch aus Magdeburg zeitlebens wichtig waren und in der Familie auch nach seinem Tod bewahrt worden sind, ist ein außergewöhnlicher Glücksfall. Sie bilden die Basis und das Zentrum der Ausstellung. Sie dokumentieren auf faszinierende und eindrückliche Weise moderne gestalterische Lehre der 1920/30er Jahre und zeigen, wie und was Schule für den Einzelnen und für die Gesellschaft sein kann.

Willi Eidenbenz, Streifentanz, Fotocollage, 1956

Das ab 1933 in Basel tätige Atelier Eidenbenz prägte wesentlich mit, was heute unter der Marke Swiss Style firmiert und war eines der ersten Unternehmen, das Grafikdesign, Fotografie und Messebau unter einem Dach vereinte. Wie sein Bruder Hermann und in noch stärkerem Maße reüssierte Willi bis in die 1950er Jahre auch mit freier Fotografie, zuletzt mit seinen „Zebras“ und quasi abstrakten Lichtbildern und entwickelte ab Mitte der 1950er Jahre unter dem Pseudonym „eiden“ ein natürliche Bewegungsgesetze antizipierendes überaus eigentümliches Werk von Collagen, dessen Wiederentdeckung und angemessene Würdigung hiermit auf die Agenda gesetzt sei.

Willi Eidenbenz, Tempera, Collage, o. J.

Radiobeitrag mdr Kultur
Ausstellungsbesprechung Mitteldeutsche Zeitung

Eintritt: 5€ / 3€ ermäßigt

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

Forum Gestaltung Magdeburg
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