Film und Gespräch: Wir sind Juden aus Breslau

02. November 2017, 19.30 Uhr

Überlebende Jugendliche und ihre Schicksale nach 1933
Dokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies,
Deutschland 2016

Ein Film von aktueller Brisanz, der ein eindringliches Zeichen setzt gegen stärker werdende nationalistische und antisemitische Strömungen in Europa. Ein Film, der aufzeigt, wohin eine katastrophale Abschottungspolitik gegenüber Flüchtlingen führt. Ein Film, der anhand der Lebensschicksale der Protagonisten auch die Gründung des Staates Israel mit den Erfahrungen des Holocaust in Verbindung setzt.

Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet diese Heranwachsenden das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat endgültig beraubt, entkamen sie in alle rettenden Himmelsrichtungen und bauten sich in den USA, England, Frankreich, und auch in Deutschland ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt.

14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau. Ihre späteren Erfahrungen veranschaulichen eindrücklich ein facettenreiches Generationenporträt. Einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen. Gerade in Zeiten des zunehmenden Antisemitismus schlägt der Film eine emotionale Brücke von der Vergangenheit in eine von uns allen verantwortlich zu gestaltende Zukunft.

Eine Rolle im Film spielt auch der Wiederaufbau einer jüdischen Gemeinde in Wrocław. Diese Einbindung macht die Fallhöhe deutlich, der Kontrast zum Vergangenen, zum unwiderruflich Verlorenen, wird schmerzhaft größer und deutet doch die Möglichkeit eines zarten Neubeginns an.

In Kooperation mit der Bente-Kahan-Stiftung in Wrocław
Musik: Bente Kahan, Simon Wallfisch, Patrick Grant, Carlo
Altomare

Protagonisten: Esther Adler, Gerda Bikales, Anita
Lasker-Wallfisch, Renate Lasker-Harpprecht, Walter
Laqueur, Fritz Stern, Guenter Lewy, David Toren, Abraham
Ascher, Wolfgang Nossen, Eli Heymann, Mordechai
Rotenberg, Max Rosenberg, Pinchas Rosenberg sowie eine
deutsch-polnische Jugendgruppe aus Bremen und
Wrocław

Filmvorführung und Gespräch mit dem Regisseur Dirk
Szuszies

Filmtipp der Süddeutschen Zeitung

Programmflyer Tage der jüdischen Kultur und Geschichte Magdeburg 2017 //5778

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Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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