SCHWARZ Stilleben mit Zwingen Retrospektive 1969-2013

17. April - 10. Juli 2015

Die retrospektive Ausstellung möchte einen Maler würdigen, der – aus verschiedenen Gründen und trotz der seltenen Qualität und Unabhängigkeit seines Werkes – in den fünfzig Jahren seines Schaffens bis heute eine von der Öffentlichkeit weitgehend unreflektierte künstlerische Existenz geführt hat.


Gerhard Schwarz, Pflanze, Öl auf Leinwand, 1990 (c) Gerhard Schwarz, 2015

1940 in Halle/Saale geboren, studierte Gerhard Schwarz nach einer Schlosserlehre von 1960 bis 1965 an der damaligen Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle – Burg Giebichenstein, an der er später, von 1987 bis 2005, angehende Designer in bildnerischen Grundlagen unterrichtete. Vor allem diese, zuweilen bis zur Selbstverleugnung mit Hingabe betriebene Aufgabe hat das Anwachsen seines ohnehin schmalen und durch eigene kritische Sichtung immer wieder dezimierten bzw.verhinderten Werkes nochmals verlangsamt. Wir überschauen heute zirka 80 bis 90 Gemälde und einige hundert Zeichnungen und Aquarelle. Die Druckgrafik ist – sporadisch entstanden nur wenige Blätter – Episode in seinem Werk geblieben.

Trotz des zahlenmäßig geringen Umfangs seines Oeuvres wird darin im Grunde fast das ganze klassische Repertoire typischer bildkünstlerischer Gegenstände abgearbeitet. Neben Stillleben, in denen sich sowohl technische Gegenstände als auch Pflanzen finden und den Bildern, die immer konkrete Architekturen als Ausgangspunkt benutzen, spielt auch die menschliche Figur, die Landschaft, einschließlich der See sowie Schiffen und nicht zuletzt das Tier eine Rolle in seinem Werk. Es sind verständlicherweise oft nur wenige Bilder, die einem Gegenstand gewidmet sind. Es kann keine Systematisierung entstehen und trotz der Reihung bestimmter Motive im Grunde keine Routine. Schwarz beginnt, so hat man den Eindruck, seine “Bildforschung” immer wieder von einem Nullpunkt, aus dem Kern heraus, der planbaren Erfolg ausschlägt und mit nackten, in gewissem Sinn entleerten Augen für sich die Dinge im Bild neu zu verstehen versucht, in oft mühsamen, langwierigen Arbeitsprozessen. Unvermutet stoßen die Dinge aneinander,gleich wertig Blumenstillleben und Schaltkasten, intensives monochromes Klingen und beherrschte farbige Ekstase. Diese Malerei ist ein seltener Grenzfall. Ihre Strenge bezüglich dessen, was sie im Bild für sagbar hält, öffnet den Blick auf einen weiten Deutungshorizont. Den auszuspannen, unternimmt diese Ausstellung.

Gerhard Schwarz, Stilleben mit Zwingen, Öl auf Leinwand, 1978, (c) Gerhard Schwarz, 2015 (Museum der bildenden Künste Leipzig, Foto:PUNCTUM / Bertram Kober, (c) MdbK Leipzig)

Die Magdeburger Retrospektive zeigt rund 70 Arbeiten aus 44 Jahren, darunter singuläre, wie das Gemälde “Stilleben mit Zwingen”, das der Ausstellung den Titel gegeben hat und das sich heute im Museum der bildenden Künste Leipzig befindet. Weitere Leihgaben exponierter Werke kommen aus der Stiftung Moritzburg Halle (Saale), dem Land Sachsen-Anhalt und von anderen institutionellen und privaten Leihgebern.

Dank gilt allen, die die Ausstellung gemeinsam mit dem Forum möglich machten, insbesondere Lotto Sachsen-Anhalt  und der Landeshauptstadt Magdeburg.

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

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