NEU.STADT Hans-Wulf Kunze Dirk Heidicke

22. März - 28. Juni 2013

Inspiriert zunächst vom konkreten historischen Ort, begann Hans-Wulf Kunze im Jahr 2009 damit, fotografische Aufnahmen herzustellen, die er unter dem Begriff „Neu-Stadt“ sammelte. Motivisch griff er dabei aber schon bald über den geografische Raum der Neu-Städte Magdeburgs hinaus und versuchte Wesentliches, Essentielles als Bild zu fassen.

Für den Fotografen, der nach seinem Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig mit sozial-realistischen Schwarzweiß-Fotografien aus der Arbeitswelt auf sich aufmerksam gemacht hatte, die Anfang der 1980-er Jahre in Magdeburger Großbetrieben entstanden waren, stellte die Beschäftigung mit dem Thema in gewissem Sinn eine Rückkehr zu diesen Anfängen dar.  Bezeichnender Weise kam jedoch das, was man heute Arbeitswelt nennt, selten und wenn ja, nur sehr vermittelt ins Bild. Was Kunze entdeckt, ist eine im Umbruch befindliche Stadt-,  Menschen- und Ding-Landschaft.  Ein Glücksfall ist diese Landschaft insofern für ihn, als sie alles enthält, womit er sich in seinem bisherigen freien Werk beschäftigt hat. Porträt, Landschaft, Architektur, das erzählende oder das in abstrakte Bildkompositionen transferierte Detail, alles wird fotografisch entdeckt auf eine spröde, vorsichtige, selten direkte, doch immer respektvolle Art und Weise.

Die Idee, aus einer Auswahl des anwachsenden Konvoluts eine Ausstellung zu machen, entstand  im Herbst 2010. Von Anfang an gab es auch die Absicht, parallel dazu ein Künstlerbuch herauszugeben, in dem es neben den Fotografien gleichberechtigt einen literarischen Text geben sollte, ein zweites unabhängiges Auge, metaphorisch gesprochen, eine zweite, den Bildern womöglich widersprechende Stimme. Es lag nahe, den Magdeburger Dramatiker Dirk Heidicke darum zu bitten. Als intimer Kenner und Beobachter Magdeburger Verhältnisse hat er sich in der Vergangenheit in seiner literarischen und publizistischen Arbeit immer wieder kritisch mit seiner Heimatstadt auseinandergesetzt.

Dieser Text ist nun nicht nur im Begleitbuch nachzulesen, sondern zugleich in der Ausstellung zu hören. Es ist, wie beabsichtigt, weder ein erklärender noch einfühlender Spaziergang entlang des Bilderweges geworden. Die Bilder wiederum haben nicht die Aufgabe, das sperrig anmutende Textgestrüpp zu glätten. Für den Rezipienten kann es ein abenteuerliches Multitasking sein. Wer es unternimmt, Bilder und Texte parallel wahrzunehmen, wird anfangs vielleicht das Gefühl haben, als dächte und spräche hinter seinen Augen und seinem Gehirn – das assoziativ zu verstehen versucht und immer wieder nach Verbindungen fahndet – ein zweites, offenbar fremdes Denk-Organ. Doch mit der Zeit öffnet sich ein weiter, dunkler Echo-Raum assoziativer oder ganz direkter Verbindungen, ein Raum, den wir im Alltag aus verständlichen Gründen ausblenden müssen. Die Ausstellung bietet die Chance, ihn mit mehr als nur einem Sinn zu vergegenwärtigen.

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Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

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