MITTWOCHS- GESELLSCHAFT:
Peter Wawerzinek „Liebestölpel“

Mittwoch, 09. Oktober 2019, 20.00 Uhr
Buchcover Verlag Galiani Berlin

Mittwoch, 09. Oktober 2019, 20.00 Uhr

LIEBESTÖLPEL

Roman von Peter Wawerzinek

Über den tollpatschigen Versuch, mit der widerspenstigen Sache namens Liebe klarzukommen.

Peter Wawerzineks umwerfender Roman über Lebenslieben und -lügen, Familiensehnsucht und -flucht. Und über das Festhalten und Verschwinden. Erzählt in einer musikalisch-bildreichen Sprache, wie dies nur Peter Wawerzinek kann.

»Die Liebe, ach Junge, besser du lässt die Finger davon«, hatte sein Opa ihn gewarnt, da war er gerade vierzehn. Menschen wie sie könnten da nur Schiffbruch erleiden. Wären sie Vögel, so der Opa weiter, dann würden sie zur Spezies der Trottellummen gehören. Trottellummen seien in der Luft grandiose Segler. Doch beim Landeanflug offenbare sich ihr eigentliches Problem: Da seien sie plötzlich unbeholfen, wirkten fast schon trottelig. Und das setze sich dann bei Paarung, Nestbau und Brutpflege nur noch fort. Trottellummen, so der Opa, neigten zu kompliziertem Beziehungsverhalten.

Als der Opa dies erklärte, konnte der Ich-Erzähler in Peter Wawerzineks Roman Liebestölpel noch nicht wissen, dass er tatsächlich gerade kurz davor stand, seine erste amouröse Bruchlandung hinzulegen: Seine Kindheitsfreundin Lucretia, mit der er seit seinem dritten Lebensjahr fast jede Minute verbrachte, wird sich bald darauf lieber mit dem Fleischergesellen statt mit ihm treffen. Ja schlimmer noch, ohne jede Vorwarnung wird sie einfach von einem Tag auf den anderen verschwinden.

Peter Wawerzinek©dasGRAUFELD

„In Rostock geboren wuchs ich entlang der Ostseeküste in Orten wie Ostseebad Nienhagen und Rerik und der Kreisstadt Bad Doberan heran. Von Beruf her bin ich Textilzeichner geworden. Ich sage scherzhaft: Text ist als Silbe für das, was ich bis an mein Lebensende unternehme, wenigstens geblieben. Ich schreibe, um künstlerisch dahin zu gelangen, wo ich längst hin gehöre. Das halbe Leben in Berlin sesshaft und an Texten schaffend, zieht es mich regelmäßig in weniger spektakuläre Regionen, wo Einsamkeit und Landschaft vorherrschen. Ja doch. Ich bin besessen von der Literatur, weiß aber auch, dass sie nicht alle Qualitäten besitzt, die ich mir erträumen darf. Als ich mich zum Schriftsteller formte, vergaß ich diese Unfertigkeiten, das Ungenügende aller Schreibkunst einzuplanen. Es bleibt alles eher modellhaft – aber in Fortsetzung.“


Peter Wawerzinek

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Peter Wawerzinek wurde 1954 in Rostock geboren. Seine Mutter floh in den Westen als er drei Jahre alt war und ließ ihn und seine jüngere Schwester unversorgt zurück. Peter Wawerzinek wuchs daher im Kinderheim an der Ostsee auf. Seit 1988 freier Schriftsteller, Regisseur und Hörspielautor. Veröffentlichungen u. a.: Moppel Schappiks Tätowierungen (1991), Das Kind, das ich war (1994). Sein Roman Rabenliebe (2010) war ein sensationeller Erfolg, 2014 erschien der ebenfalls hochgelobte Roman Schluckspecht. Peter Wawerzinek erhielt zahlreiche Stipendien, zuletzt das Autorenstipendium der deutschen Akademie Rom Villa Massimo 2019.

Zur Lesung wird Peter Wawerzinek seinen Aufenthalt in der Villa Massimo in Rom unterbrechen, in der er ab September ein Jahr lang arbeiten wird.

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Einlass: 19.00 Uhr

Eintritt: 8,00 €/4,00 € ermäßigt

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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