Aktionsraum Finde Mangan – Künstlergruppe Mangan 25

17. März - 18. Juni 2017

Eine erste gemeinsame Reise führt den Autor, Komponisten und Regisseur Kai-Uwe Kohlschmidt, die Schauspielerin und Ärztin Arta Adler und den Maler und Bildhauer Peter Adler gemeinsam mit Bergsteigern des Alpinclubs Sachsen 2004 an den Nanga Parbat. Neben den erwartbaren und von den Künstlern auch erhofften Grenzerfahrungen eines solchen Gangs an und über die Grenze der Möglichkeit physischer und mentaler Existenz werden sie Zeugen davon, dass einer der sie begleitenden Alpinisten während dieses Übertritts tatsächlich sein Leben verliert. Einem weiteren, der am Berg die Orientierung verliert und von zwei österreichischen Bergsteigern nach unten gebracht wird, kann die Notärztin Arta Adler vor diesem Schicksal bewahren.

Gorden Adler, Arktis, 2009

Es ist wohl zu einem wesentlichen Teil diese einschneidende Erfahrung in Pakistan, ihr persönlicher, existentiell gefärbter Widerhall und künstlerischer Ausfluss, die zur Gründung einer konsistenten Gruppe, zu „Mangan 25“ führen. Mit wechselnden Besetzungen um einen festen Kern und Gästen unternimmt die Gruppe seitdem gezielt Reisen „im Grenzbereich zum Zwecke der Empirie und Inspiration“, wie Kohlschmidt lakonisch und im bewussten, nicht ironiefreien Anklang an große historische Vorbilder formuliert. Der Reise zum Nanga Parbat folgt 2008 die in die australische Simpsonwüste, wo die Gruppe 1500 lange Kilometer nach den Spuren des Entdeckers Ludwig Leichhardt sucht, der dort 1848 verschwand. 2009 folgt die wissenschaftlich intendierte Reise nach Spitzbergen, 2010 der venezolanische Regenwald und die Anden, dann Abu Dhabi, Öland, der Grenzfluss Oder, Namibia, die Neiße und nochmals eine Insel der Ostsee, Gotland. Die Reisen der letzten beiden Jahre gehen nach Maputo zu den ehemaligen Gastarbeitern der DDR und nach Papua Neuguinea, ins Hochland der Houn-Halbinsel, dem Rückzugsort des Vermessungsoffiziers Hermann Detzner, einer überaus obskuren Figur der deutschen Kolonialgeschichte, der sich während des ersten Weltkrieges dort versteckt hielt.

Finde Mangan! Dieselkraftwerk Cottbus 2014

2014 bauen die Künstler von „Mangan 25“ im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus erstmals ein Gebilde aus Räumen, räumlichen Objekten, Bildern, Tönen, Schrift und Sprache, dem sie den Titel „Finde Mangan!“ geben und das sie ganz bewusst nicht als eine Ausstellung, sondern als „Aktionsraum“ bezeichnen. Es handelt sich – natürlich – nicht um eine Dokumentation ihrer Reisen und deren Ergebnisse, sondern es ist eine gemeinsam geschaffene, dem erlebten Ich,- Wir- und Welt-Raum im Kunst-Raum nochmals und neu nachforschende multiple Metapher, in dem nicht nur sie selbst, sondern auch die Besucher Akteure eines ergebnisoffenen Prozesses sind und bleiben.

Die Ausstellung wird freundlichst unterstützt von der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, SWM, ÖSA Versicherungen und der Landeshauptstadt Magdeburg. Wir danken sehr herzlich.

Eröffnungsrede von Norbert Eisold (Kurator / Berlin)

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

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