Magdeburger Reden über Kultur: Prof. em. Georg Lohmann – Marx als Kritiker und Diagnostiker

Mittwoch, 26.November 2014, 19.00 Uhr

Die nächste der Magdeburger Reden über Kultur verdeutlicht, wie man der Titellänge entnehmen kann, erneut sehr gut, welche Intentionen mit diesen „Reden“ auch im Zusammenhang mit einer Kulturhauptstadtbewerbung verfolgt wird: „verschieden-formatig“ gemeinsam gesellschaftlich Relevantes im Kontext eines „weiten“ Kulturbegriffs verhandeln – : diesmal in Wort und Tanz.
Am Beginn des Abends steht Georg Lohmanns Vortrag, der, so der ehemalige Direktor des Instituts für Philosophie der hiesigen Universität, nach einer „Klärung der normativen Maßstäbe von Kritik, die Leistungsfähigkeit einer Marx-kritischen Marxinterpretation zeigen will.“ Inwiefern dabei die neo-orthodoxen „Lektüren“ ihr philosophisches Fett abbekommen, steht ebenso spannend im Raum wie die grundsätzliche Frage, inwieweit Marx überhaupt noch sachliche Einsichten vermitteln kann.
Im Anschluss versuchen Meyer/Richter/Marx mit der Tanz-Intervention Karl Marx. DAS KAPITAL. Ein Arbeitsprozess. eine physische Annäherung an den bekannten philosophischen Text.
Diese Performance untersucht ein Kapitel aus DAS KAPITAL auf sein Bewegungspotential und fragt: Lassen sich Denkmanöver in Tanzbewegungen übertragen? Welche körperliche Resonanz entsteht auf einen Textkörper und seine Interpretationsgeschichte, die immerhin die Arbeitswelt bis heute beeinflusst? Seit 2012 wird die Choreografie ausgearbeitet. Ziel ist eine eigenständige und genaue Übersetzung des Textgehaltes in Bewegungsmaterial.

Prof. em. Georg Lohmann
Marx als Kritiker und Diagnostiker

Anschließend
eine Tanz-Intervention
Meyer/Richter/Marx:
Karl Marx. DAS KAPITAL. Ein Arbeitsprozess

Tanz, das ist die sinnlichste Bühnenform und manifestiert die Geschichte des menschlichen Körpers in der Gesetzmäßigkeit der Bühne. Ein Körper wird lesbar unter ästhetischen Gesichtspunkten. Wovon spricht ein Körper? Was sagt eine Bewegung? Gibt es Grenzen der Sprache? Auch Grenzen der Bewegung? Ist eine Denkbewegung eine Tanzbewegung übertragbar? Die Tänzerin und Choreografin Katja Richter wird auf der Bühne mit Auszügen aus „Das Kapital“ von Karl Marx konfrontiert. Sie übersetzt, kommentiert und kontrapunktiert Werkzitate von Karl Marx in tänzerische Bewegungen. Gleichzeitig versucht sie die Vortragssituation durch ihre Aktionen in einen Dialog über (Mehr-)Arbeit umzuwandeln.
“Anything can happen during these encounters, where the only thing planned is that theory ambitiously give itself to improvisation.” Dieser Satz von André Lepecki gilt auch für diese Interventionsübung, denn die Tänzerin Katja Keya Richter und der Dramaturg und studierte Philosoph Helge-Björn Meyer begeben sich bei dieser öffentlichen Zusammenkunft, bei diesem Bühnendialog zwischen Körper und Sprache, zwischen Bewegung und Denken, auf unbekanntes Terrain, jedenfalls was Form und Ausgang der Auseinandersetzung mit Text und Tanz angeht.

Ein Kapitel aus DAS KAPITAL wird auf sein Bewegungspotential untersucht: Lassen sich Denkmanöver in Tanzbewegungen übertragen? Welche körperliche Resonanzen entsteht auf einen Textkörper und seine Interpretationsgeschichte? Ist eine physische Annäherung an diesen Text, der zu Revolutionen anregte, möglich? Schritt für Schritt?


Katja Keya Richter und Helge-Björn Meyer
Meyer/Richter/Marx

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Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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