Magdeburger Literaturwochen: „Kugel“

Donnerstag, 25. September, 20 Uhr

Helm ab!
Zum Gedicht.

Die „Kugel“-Künstler und ihre Zeitschrift für neue Kunst und Dichtung. Eine Vorstellung. Zuvor ein Film. Lapidar fast der Hinweis in der Zeitung, obwohl es ihnen nach der Katastrophe um die Menschheit ging: „Es besteht die Absicht, eine ‚Vereinigung für Kunst und Literatur‘ unter besonderer Berücksichtigung der neuzeitlichen Bestrebungen ins Leben zu rufen.“ Bruno Beye und Franz Jan Bartels gaben diese Anzeige auf, die am 5.Januar 1919 in der Magdeburgischen Zeitung erschien. Die, die sich meldeten, um fortan gemeinsam zu arbeiten, zu streiten, zu gestalten, zu wirken in der gärenden Zeit nach Kriegsende, einer Zeit, da alles möglich schien und nichts, veröffentlichten am 2.März 1919 in der gleichen Zeitung: „Unsere Ziele!“ Um die wird es gehen und um deren Spiegelung in den künstlerischen Arbeiten, Gedichten, Pamphleten, Grafiken und Skulpturen.

Nie gab es mehr Beginn als jetzt.“ Ein Satz Walt Whitmans steht auch am Beginn der publizistischen Bemühungen, die all die Ambivalenz, Antinomien, aber auch Alltägliches und die Lächerlichkeiten der Zeit zu reflektieren suchen und dabei immer – geht’s größer? – die „Erlösung einer geläuterten Menschheit“ im Blick hat.

Auch die Folge des vor 100 Jahren begonnenen 1. Weltkriegs. Konkret. In Magdeburg. Mit Texten von Erich Weinert, Robert Seitz, Johannes R. Becher, Heinrich Schaefer, Herbert Fredersdorf, Wilhelm Stolzenburg-New York, Max Hermann-Neiße u.a. Eingerichtet von Norbert Pohlmann und dargeboten von Corinna Breite.

Bevor aber der Helm abgelegt ist, heißt es: Gewehr über.

Zur Einstimmung in den Abend ist Charlie Chaplins Abrechnung mit dem Militär im Allgemeinen, mit dem 1. Weltkrieg und dem deutschen Kaiser im Besonderen zu sehen: Shoulder Arms heißt sein Film aus dem Jahre 1918 – kongenial musikalisch begleitet von Tobias Rank (Klavier) und Gunthard Stephan (Violine). Vorgeführt open air mit dem „Laster der Nacht“, dem umgebauten Feuerwehrautomobil, mit dem die beiden sommers in ganz Europa unterwegs sind.

Öffnungszeiten


Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro und Vorverkauf: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr oder nach Voranmeldung

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