Literatur im Forum: Doppelvortrag im Schernikau-Jahr

14. Oktober 2010, 20.00 Uhr

Andreas Moser

Ein Schlüssel zur LEGENDE – Aufbau und Beziehungsgeflecht in Schernikaus opus magnum

Sabrina Schäfer

Märchen-Kunst – Kunst-Märchen. Zu Schernikaus MÄRCHEN VON DER BLUME

Der aus Magdeburg stammende Schriftsteller Ronald M. Schernikau hätte in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag gefeiert. Bis vor einigen Jahren noch lediglich als Geheimtipp gehandelt, wurde Schernikau 2009 durch Matthias Frings liebevolle Biographie „Der letzte Kommunist – Das traumhafte Leben des Ronald M. Schernikau“ einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Schernikau hat nicht nur zu seinen Lebzeiten paralysiert und auch nicht nur seine Anhänger gespalten. Als bekennender Homosexueller und Kommunist vereinigte er zwei Seiten, die bisher als unvereinbar galten. So changiert heutzutage das Interesse der Fans Schernikaus zwischen politischer Überlegung und selbstbewusstem Verständnis als Homosexueller. Unbestritten allein ist der Rang seiner literarischen Arbeiten, die leider immer noch nicht so recht von der Forschung entdeckt wurden.
Bekannt und berühmt wurde der damals 19jährige durch seine autobiographisch gefärbte KLEINSTADTNOVELLE, die als eine der ersten Coming-out-Geschichten gilt. Von 1983 bis zu seinem Tode im Jahre 1991 arbeitete er kontinuierlich an seinem opus magnum LEGENDE, das seine Mutter mit tatkräftiger Unterstützung von 500 Erstsubskribenten, darunter namhafte Autoren wie Peter Hacks und Elfriede Jellinek, im Jahre 1999 veröffentlichen konnte. Im ersten Vortrag soll versucht werden, diesen kompliziert gebauten, aber hochunterhaltsamen Montageroman näher zu beleuchten und das Leseinteresse zu wecken. Der zweite Vortrag geht der Frage nach, ob DAS MÄRCHEN VON DER BLUME, das Teil dieses Romans ist, ein Märchen ist und warum. Im Anschluss an beide Vorträge soll eines der letzten Exemplare der LEGENDE aus dem Besitz seiner Mutter Ellen Schernikau versteigert werden. Der Ertrag kommt der Finanzierung des Schernikau-Jahres zugute.

In Kooperation mit dem Institut für Germanistik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Vorverkauf zu den Öffnungszeiten der Ausstellung oder nach Voranmeldung

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