Kunst Raum Magdeburg. Fotografien von Saskia Hubert

7. DEZ - 17. FEB 2012

Lutz Holland, Europa, Bronze 1982. Fotografie von Saskia Hubert

1976 wurde im heutigen Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen die “Nationale Sammlung der Kleinplastik der DDR” gegründet und mit einer ersten Ausstellung eröffnet. 1986 fasste man im Kultusministerium der DDR den Entschluss, diese Begrenzung aufzuheben. Kurz vor dem Mauerfall eröffnet, sollte die nun auf großplastische Arbeiten erweiterte Sammlung die wesentlichen Entwicklungslinien der in der DDR entstandenen Plastik darstellen. Erklärter Schwerpunkt waren die Künstler der ersten Generation wie Fritz Cremer, jedoch auch Gustav Seitz, der seit 1958 in Hamburg lebte und 1986 mit einer großen Ausstellung in Ost-Berlin geehrt worden war. Zu den Jüngeren zählten zum Beispiel Sabine Grzimek und Emerita Pansowová. Die mittlere Generation wurde durch exponierte Künstler wie Werner Stötzer oder Wieland Förster vertreten.

Von den politischen Ereignissen überholt, ging die Sammlung schon 1990 in städtisches Eigentum über. Behutsam ausgedünnt und durch zeitgenössische, auch international Positionen ergänzt, ist die damals auch im Freiraum rund um das Kloster präsentierte museale Setzung nun zu einem besonderen Kern dessen geworden, was man gemeinhin “Kunst im öffentlichen Raum” nennt.

Mauricio Nannucci, Von So Weit Her ..., Lichtinstallation 2008. Fotografie von Saskia Hubert

Initiiert vom Kulturbüro der Landeshauptstadt, arbeitet das Forum Gestaltung derzeit an einem Projekt, an dessen Ende eine Publikation zu rund 50 Kunstwerken stehen soll,  die sich heute im Stadtzentrum vor allem im Areal des Klosters Unser Lieben Frauen, im weiteren Bezirk des gotischen Domes und um den Alten Markt herum finden. Die Fotografien der 1985 in Gera geborenen Saskia Hubert, die nach einer Ausbildung im Fachbereich Fotodesign im Lette Verein Berlin drei Jahre an der Hochschule für Graphik und Buchkunst in Leipzig studiert hat, sind ein erster Schritt zu dieser Veröffentlichung.

Nicht die sachlich distanzierte, quasi klassische Aufnahme der einzelnen Objekte war gefragt. Saskia Hubert fotografierte mit dem fingierten Blick eines sensiblen Stadtflaneurs. Und was sie dabei entdeckt, gelangt unvermittelt ins Bild. Das macht sie zugleich stark und angreifbar, zumal technische Raffinesse das Gefundene nicht verdeckt. Ebenso selbstverständlich, wie sie sich auf Stimmungen einlässt, nimmt sie Details für das Ganze und lässt in kühnen Perspektiven eigene Deutungsversuche aufleuchten.

Öffnungszeiten

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Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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