Kumamoto Artpolis – Architektur durch Kommunikation

26. JAN 2011 - 4. MÄRZ 2011

Auf der im Süden Japans gelegenen Insel Kyûshû wurde im Jahr 1988 ein bis dahin einzigartiges Architekturprojekt ins Leben gerufen. Beeindruckt von dem Besuch auf der Internationale Bauausstellung (IBA) in Berlin ein Jahr zuvor, diskutierte der Gouverneur der Präfektur Kumamoto, Hosokawa Morihiro, gemeinsam mit dem namhaften Architekten Isozaki Arata die Möglichkeiten, in Kumamoto etwas ähnliches zu schaffen. Die Idee zu Kumamoto Artpolis war geboren.

Mamihara-Brücke, Aoki Jun

Das oberste Ziel der Initiatoren bestand darin, die architektonische Landschaft der Präfektur Kumamoto zu verbessern und einen Beitrag für die fortschrittliche Entwicklung der Region zu leisten. Auf der Grundlage des Vertrauensverhältnisses von Hosokawa und Isozaki wurde ein für Japan ungewöhnliches Arbeitssystem entwickelt. Die Verantwortung und Leitung der Projekte wurde in die Hände von einzelnen herausragenden Architekten gelegt, die bestens mit der zeitgenössischen Architekturszene vertraut waren. Diese “Kommissare” empfahlen ihrerseits andere Architekten, die mit dem Bau von zumeist öffentlichen Gebäuden in der Präfektur beauftragt wurden.

Zwischen 1988 und 2008 entstanden auf diese Weise mehr als 70 Projekte, darunter nicht nur kulturelle Einrichtungen wie Kunstmuseen und Bibliotheken, sondern auch Wohnhäuser, Schulen, öffentliche Toiletten und Brücken. Die gesamte Präfektur Kumamoto entwickelte sich so zu einem wachsenden Museum für zeitgenössische Architektur und hat seither nicht nur immer mehr Besucher aus dem Inland, sondern auch aus dem Ausland angezogen.

Kôda Akebono Kinderhort, MIKAN

Einen ersten Höhepunkt des Projektes markierte das Jahr 1992, in dem die erste Internationale Architekturausstellung in Kumamoto stattfand. In den darauf folgenden Jahren nahm das Interesse an Kumamoto Artpolis weiter zu und das Architectural Institute of Japan (AIJ) bedachte nahezu jährlich die neuen Projekte mit Auszeichnungen. Zahlreiche junge talentierte Architekten, die heute auf der internationalen Bühne tätig sind, wurden im Zusammenhang mit Kumamoto Artpolis entdeckt und gefördert.

Die Knappheit finanzieller Mittel hat in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass sowohl die Anzahl als auch der Umfang der durchgeführten Projekte reduziert wurde. Eine weitere Richtungsänderung geht auf die Tatsache zurück, dass bislang vor allem Fachleute von den innovativen Architektur-Experimenten begeistert waren und die meisten Architekten nicht aus Kumamoto stammten. In der Zukunft soll daher für mehr Verständnis bei den Präfekturbewohnern geworben werden und verstärkt junge Talente aus Kumamoto Berücksichtigung finden.

Die Wanderausstellung wurde von der Japan Foundation, Tôkyô, kuratiert und organisiert. Begleitend ist ein reich illustrierter Katalog mit Beiträgen von Architektur-Experten erschienen.

Öffnungszeiten


16.12.2020–10.01.2021 geschlossen!

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 11 bis 15 Uhr

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