GRÜNDUNG DES WEWERKA-ARCHIVS IN MAGDEBURG

08.Jun

Erfolg des Forum Gestaltung – der Nachlass Stefan Wewerkas kommt in seine Geburtsstadt.

Schon zu Lebzeiten keimte der Gedanke in Stefan Wewerka ein Archiv für seinen Nachlass zu gründen. Eine einzige Bedingung stellte er: das Archiv „soll schlagen wie ein Herz“. Keine reine Archivierung seiner Werke, sondern ein aktiver Umgang und ein kreativer Zugang zu seinen Exponaten, aber auch zu seinen Ideen und Gedanken – so hatte Stefan Wewerka die Archiv-Idee umschrieben. In diesem Sinn hat die Familie Wewerka mit dem Forum Gestaltung e.V. und der Stadt Magdeburg die Gründung des Wewerka Archivs am 4. Juni auf einem Gründungstreffen mit Freunden, Unterstützern und Verbundenen vollzogen.

Mit der Gründung des Wewerka-Archivs ergibt sich die einmalige Chance, dass in seinem ganzen Facettenreichtum zu großen Teilen noch unerschlossene Werk Stefan Wewerkas zu erforschen und den umfänglichen Werkkomplex des Nachlasses dauerhaft für die Öffentlichkeit zu bewahren und zu erweitern.

Seine Heimstatt wird das Wewerka-Archiv in der ehemaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule finden. Unter dem Namen „Forum Gestaltung“ wird der gesamte Gebäudekomplex in den kommenden Jahren zu einem Ausstellungs-, Veranstaltungs- und Gewerbezentrum (Kreativ-Quartier) für im weitesten Sinn gestalterisch tätige Berufe entwickelt. Die Kombination aus gewerblicher Ansiedlung, einem anspruchsvollen Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm und der exponierten Stellung des Wewerka-Archivs birgt für alle Beteiligten bedeutsame Synergieeffekte und eröffnet dem Gesamtprojekt und allen seinen Teilen einen dauerhaften, weit über die Region hinaus sich öffnenden Resonanz- und Wahrnehmungsraum. Die Aufgabe des Wewerka-Archivs ist die Bewahrung, Pflege, Sammlung, Erschließung und Vermittlung des Werkes des 1928 in Magdeburg geborenen und 2013 in Berlin verstorbenen Künstlers Stefan Wewerka und seiner Familie, namentlich des gleichfalls mit Magdeburg verbundenen Vaters Rudolf, dessen Bruder Hans – beides Bildhauer – sowie das seines Sohnes, Philipp Wewerka. Grundstock der Sammlung des Archivs ist, wie bereits erwähnt, der bislang vom Alexander Verlag Berlin (Alexander Wewerka) bewahrte Nachlass bzw. dessen Sammlung zur Künstlerfamilie. Vor dem erklärten Wunsch aller Beteiligter auf dauerhafte Institutionalisierung des Wewerka-Archivs wird dieser Bestand zunächst als Dauerleihgabe für das Archiv gesichert und institutionell durch Forum Gestaltung e. V. betreut werden. Die Stadt Magdeburg hat für die nächsten Jahre finanzielle Unterstützung in Höhe von 20.000 € im Jahr zugesichert.

Kern der wissenschaftlichen Arbeit des Archivs wird die Erarbeitung und Fortschreibung eines Werkverzeichnisses sowie die Anregung von Forschungsarbeiten und Publikationen zum Werk und den künstlerischen Beziehungen Stefan Wewerkas im Umfeld der westeuropäischen Nachkriegs-Moderne sein. Es wird zum Referenzort für das Werk Stefan Wewerkas entwickelt sowie Zentrum eines internationalen Netzwerks und seine Aktivitäten durch wechselnde Ausstellungen und Publikationen dokumentieren. Darüber hinaus wird sich das Archiv um die Anbindung der künstlerischen und gestalterischen Ideen Stefan Wewerkas an aktuelle Entwicklungen bemühen und die Produktion und Distribution seines gestalterischen Werkes nach Kräften fördern.

Als ersten Erfolg auf dem Weg der Gründung des Archivs können wir die Gewinnung dreier Beiräte notieren, die mit ihrer internationalen Expertise als Ausweis für die Qualität des Vorhabens stehen. Prof. Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion Bildende Kunst der Akademie der Künste Berlin, Dr. Stefan Kraus, Leiter des Kolumba Kunstmuseum des Erzbistums Köln und den Maler Peter Tollens, ebenfalls Köln.

Zum ersten Mal wird das Archiv seine Türen zur langen Nacht der Kultur in Magdeburg am 13.September öffnen.

Gruppenfoto während des Gründungstreffens (im Uhrzeigersinn links beginnend):  Dr. Rüdiger Koch, Bürgermeister und Kulturbeigeordneter, Prof. Dr. Volker Fischer, Architektur- und Designkritiker, Dr. Stefan Kraus, Direktor des Kolumba, Prof. Wulf Herzogenrath, Direktor der Sektion Bildende Künste der Akademie der Künste Berlin, Michael J. Wewerka mit seiner Frau Dr. Olga Wewerka, Norbert Eisold, Kunsthistoriker und Kurator, Peter Tollens, Maler, Dr. Elise Eckermann, Kunsthistorikerin, Antje Wewerka, Grafikdesignerin und Illustratorin, Norbert Pohlmann, Geschäftsführer Forum Gestaltung e.V., Dr. Katharina Uhl, Kunsthistorikerin und Alexander Wewerka, Verleger.

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

Forum Gestaltung Magdeburg
Brandenburger Straße 10
Tel: 0391 99 08 76 11
info@forum-gestaltung.de
www.forum-gestaltung.de

Schlagwörter