GEDENK- KONZERT: “Ein wahres Elend, der verdammte Krieg.”

Freitag, dem 11. Mai 2018, 20.00 Uhr

Magdeburgisieren,
die Verwüstung der Stadt im Dreißigjährigen Krieg brachte ein neues Wort hervor, denn die Sprache besaß keines für die Beschreibung all des Leides und der Zerstörung.

Das Forum Gestaltung lädt ein zum Gedenkkonzert anlässlich des Jahrestages der Zerstörung Magdeburgs vor 387 Jahren in einem Krieg, der mit einem Fenstersturz genau vor 400 Jahren begann:

„Ein wahres Elend, der verdammte Krieg“
am Freitag, dem 11. Mai 2018, 20.00 Uhr

Magdeburg 1631: Kein Frühling. Kein Wonnemonat. Keine Hoffnung.Tillys Soldaten waren unerbittlich. Der „Dreier“ – eine kleine Münze, häufig gebraucht in Magdeburg des 17. Jahrhunderts, als Trinkgeld für kleine Gefälligkeiten, als Gabe für fleißige Kinder, die Zuckerstücke kaufen dafür beim Krämer nebenan oder beim Messebesuch auf dem Domplatz. Kleine Geldstücke in winzigen Fäusten, feuchtgeschwitzt aus Angst vorm Verlieren klebt das Metall auf der Haut auch nach dem Öffnen der kleinen Hand. Rot die Wangen, leuchtend die Augen in Erwartung der süßen Versuchung …

Ach lasst doch nur den Vater leben,
ich will Euch gern den Dreier geben,
den ich am Sonntag bekomme.

Auch das ein „Tauschangebot“, überliefert aus den Tagen des Sturms auf Magdeburg. Es blieb ein letzter, vergeblicher Versuch des zehnjährigen Sohnes.
Herrgotts Kanzlei: zertrümmert, die feste Burg: gestürmt. Die Menschen: gemordet. Die Leichen: in die Elbe geworfen, die sich trübte und staute – als weigere sie sich, das Leid kurzerhand fortzuspülen.
Warnfried Altmann am Saxophon, Hermann Naehring am Schlagwerk, die Hamburger Sopranistin Johanna Mohr und der Schauspieler Tobias Hübsch prägen den Abend, einfühlsam bis expressiv auf das Geschehen vor 383 Jahren eingehend, ohne gegenwärtige Bezüge auszusparen, für die nicht zuletzt auch Mohamad Issa steht, dessen Gedichte bereits am 16. Januar beim Erinnern einer anderen Zerstörung zu hören waren.

„Ein wahres Elend, der verdammte Krieg“ (Aristophanes), das ist der Titel, den das Forum Gestaltung den Gedenkkonzerten gab, mit denen es jährlich wiederkehrend an die zwei unvorstellbaren Zerstörungen von 1631 und 1945 und an das Leid der vielen Opfer erinnert.

In diesem Jahr, 400 Jahre nach dem Fenstersturz zu Prag, reflektiert die Landeshauptstadt Magdeburg in einer Gedenkdekade unter dem Titel VERGEGENWÄRTIGEN die historischen Ereignisse und Prozesse. Unterschiedliche Formen und Formate, Vorträge, Konzerte, Theater, Führungen geben Auskunft über den gegenwärtigen Umgang mit Geschichte und über die hier gelebte urbane Gedenkkultur. Das Gedenkkonzert im Forum ist Teil dessen.

PROGRAMM GEDENKDEKADE DREIßIGJÄHRIGER KRIEG IN MAGDEBURG (.pdf)

„Ein wahres Elend, der verdammte Krieg“
Gedenkkonzert zum Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg
Donnerstag, 11. Mai 2018, 20.00 Uhr im Forum Gestaltung
Mit Johanna Mohr (Sopran), Warnfried Altmann (Saxophon), Hermann Naehring (Schlagwerk), Tobias Hübsch (Text), Mohamad Issa (Lyrik)

Leitung: Norbert Pohlmann

Mit Unterstützung der Landeshauptstadt Magdeburg

Eintritt: 14€ / ermäßigt 10€ (Bis 14 Jahre frei)

Foto: DIE TRAUERNDE MAGDEBURG. Am Lutherdenkmal in Worms gibt es diese Darstellung der trauernden Magdeburg. Unter der Mauerkrone trägt sie den Witwenschleier und sitzt schmerzerfüllt und sinnend da, ihr Blick auf der zerbrochenen Wehr. Ein Bronzeabguss kam 1931 nach Magdeburg und wurde in der Vorhalle der Johanniskirche aufgestellt. Die Bronze „überlebte“ die Zerstörung der Stadt 1945 und ragte unversehrt aus den Trümmern.

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr

Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

Forum Gestaltung Magdeburg
Brandenburger Straße 10
Tel: 0391 99 08 76 11
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