bartnig 136. variationen unterbrechungen

7. Sep - 23. Nov

„Wenn du immer geradeaus gehst“, so könnte man ein altes chinesisches Sprichwort zitieren, „kommst du durch die ganze Welt.“ Man müsste es für Horst Bartnig erfinden. Aber vielleicht existiert es ja bereits.

Horst Bartnig, 1936 in Schlesien geboren, nach dem Zweiten Weltkrieg in Egeln bei Magdeburg aufgewachsen, studierte nach einer Malerlehre von 1954 bis 1957 an der Fachschule für angewandte Kunst in Magdeburg, arbeitete danach zunächst als Bühnenmaler in Weimar, seit 1959 schließlich in Berlin, am Berliner Ensemble und am Deutschen Theater. Dieser Fond ermöglichte es ihm, sein künstlerisches Werk unabhängig von wirtschaftlichen, ideologischen oder publizistischen Verwertungszwängen zu entwickeln.

1964 löste er sich in seinen Arbeiten vom Abbildhaften und galt in den 1970er und 80er Jahren als einer der „Antipoden“ der Berliner Schule, als einer der wenigen Vertreter einer „abstrakten Schule“, die „ein Feld am Rande der DDR-Kunstlandschaft“ für sich besetzt hatte (Lothar Lang). In gleichsam familiärer Rufweite zu Künstlern wie Piet Mondrian, Josef Albers, Victor Vasarely, Richard Paul Lohse oder Max Bill wächst er zu einem maßgeblichen Vertreter konkreter Kunst in Deutschland, der sich auch international Beachtung erwirbt, beginnend 1984, als er den Biennale-Preis der 7. Norwegischen internationalen Grafik-Biennale Fredrikstad erhält. 1993 folgt der Will-Grohmann-Preis der Akademie der Künste Berlin, 2001 der Hannah-Höch-Preis der Berliner Senatsverwaltung für Wissenschaft, Forschung und Kultur. Immer wieder wird Bartnig mit seinem Werk nicht nur zu Personalausstellungen, sondern auch zu großen Überblicksausstellungen gebeten, aktuell in das Kunstmuseum Stuttgart, wo er in der 2012 stattfindenden Ausstellung „Rasterfahndung“ vertreten ist.

Die Magdeburger Ausstellung vereinigt Werke aus den letzten 20 Schaffensjahren des Künstlers und konzentriert sich dabei auf die für Horst Bartnig essentiellen Gruppen der „Variationen“ und der „Unterbrechungen“. Im Zentrum steht die spektakuläre Folge von 136 „variationen mit vier mal vier quadraten in vier farben“ aus dem Jahr 2004. Allein diese Arbeit nimmt eine Fläche von fast 50 Quadratmetern ein. Daneben werden weitere Gemälde, Druckgrafiken und plastische Arbeiten zu sehen sein.

Ganz der in den letzten Jahren entwickelten Programmatik verpflichtet, möchte das Forum Gestaltung mit der Ausstellung bartnig 136 international bedeutsame aktuelle Kunst zeigen, deren Geschichte zugleich mit dem engeren geografischen Raum Magdeburgs und Sachsen-Anhalts verbunden ist und somit das Bewusstsein für die „Potenziale des Möglichen“ in der Region schärfen.

Anlässlich der Ausstellung erschien eine Publikation mit einem Beitrag von Matthias Flügge und einem Interview mit Horst Bartnig.

Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 11 bis 15 Uhr

Infos, Karten & Publikationen

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