Lock Down

03.Nov
Forum Gestaltung | night of light 2020 © Jens Wolf

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

die ersten Tage des neuerlichen Lock Downs liegen hinter uns, ein Lock Down, der uns allen, auch wenn er light genannt wird, schwer zu schaffen macht, nicht nur, aber vor allem auch emotional, haben wir doch gemeinsam sehr intensiv an den Möglichkeiten gearbeitet, Kultur zu produzieren, Kultur zu rezipieren. Kultur, die mehr ist als Freizeit und Unterhaltung, was nicht zuletzt die „Tage der jüdischen Kultur und Geschichte in Magdeburg“ jährlich zeigten, die wir in diesem Jahr zum 13. Mal organisierten und die nach einer Woche, wie so vieles andere, abgesagt werden mussten.

Kultur ist auch in „Coronazeiten“ nicht das Problem, sie ist „erfunden“ worden, um an Problemlösungen mitzuwirken, wenngleich – natürlich nicht – im direkt medizinischen Sinne.

Wie oft hören wir in diesen Zeiten rasenden Stillstands: das ist doch alles ambivalent. Ambivalenz, ein Terminus technicus, mit einer Aura des Wissens umgeben und dabei gleichsam Ausdruck unsicher reflektierter Realität, in der wir uns aber zurechtfinden wollen und müssen. Was tun, wenn Sicherheiten schwinden, das Koordinatensystem, in dem wir (vermeintlich) zielsicher unterwegs waren, zu schwanken anfängt? Wenn (partei)politische Determinationen nicht ausreichen für notwendige Lösungsstrategien?

Wir werden uns neu verorten angesichts der Herausforderungen, vor die uns ein Virus stellt, ein Natur-Produkt, das uns auch kulturell fordert:

Weil es solidarisches Verhalten abverlangt, Empathie, bewussteres Handeln, klischee- und vorurteilüberwindendes Nach- und Vordenken.         

Der Umgang mit der Pandemie bestimmt unser Leben, das ist richtig und notwendig und darf dennoch nicht gleichsam dazu führen, den Umgang mit den anderen Domänen zwischenmenschlicher und gesellschaftspolitischer Beziehungen zu vernachlässigen. Und wir spüren, denke ich alle, wie kompliziert das ist und sein wird in dieser komplexer werdenden Welt, deren Betrachtungen nicht nur aus naturwissenschaftlicher Sicht die unterschiedlichsten Ergebnisse zeitigen. Wir müssen die Konflikte, die Antinomien der Zeitläufte, das Widersprüchliche maßvoll aushalten in den Diskursen und Diskussionen, im feuilletonistischen Streit (der in Magdeburg leider immer noch ohne Feuilleton stattfinden muss) – ohne aber Standpunkte und Haltungen aufgeben zu müssen, die zu den Kernerkenntnissen und Ergebnissen nicht nur der europäischen Aufklärung gehören.

Eine höchst kulturelle Aufgabe, wenn man, wie ich, der Meinung ist, Kultur bewirkt: die Sublimierung des Menschen und seiner Verhältnisse.

Ihnen alles Gute, vor allem natürlich Gesundheit. Bleiben Sie engagiert und optimistisch.

Auf bald wieder im Forum und an den anderen Stätten kulturvollen Miteinanders.

Ihr Norbert Pohlmann

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