„EIN WAHRES ELEND, DER VERDAMMTE KRIEG“

Mittwoch, 16. Januar 2013, 19.30 Uhr

Konzert zum Jahrestag der Zerstörung Magdeburgs

Kurzes Vorspi el: Georg Kaiser: Die Gasgesellschaft. Illegale Flugblätter

Zweimal wurde Magdeburg fast vollständig zerstört, in zwei Kriegen, 1631 und 1945, kurz bevor der 1000jährige Wahn nach 12 Jahre zu Ende ging. Die Magdeburgerin Irmtraud Leiden wurde nur zwölf Jahre alt. Sie starb an ihrem Geburtstag, am 16. Januar 1945 um 21.32 Uhr.

Tausende starben in Magdeburg während des 39 Minuten dauernden Bombenangriffs, des sechzehnten seit Beginn des Krieges. Dreizehn noch werden folgen, bis es endlich vorbei war, das Sterben, das sinnlose für Führer und Volk. Und Vaterland, das den Tod brachte den Millionen auf den Schlachtfeldern und in Konzentrationslagern, das Krieg führte, nachdem es Barlach die Augen ausstach im Dom zu Magdeburg und anderswo, in der Hoffnung, es sähe keiner das Unrecht und die Unmenschlichkeit.

In Erinnerung an Irmtraud L., die heute 80 Jahre alt hätte werden können, in Erinnerung an Millionen Kriegsopfer, die das Einzelschicksal nicht tröstlicher machen, lädt das Forum Gestaltung anlässlich des 68. Jahrestages der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg zu einem Konzert ein, das dem Wunsch nach Gewaltverzicht und nach Frieden weltweit Ausdruck verleihen will:

EIN WAHRES ELEND, DER VERDAMMTE KRIEG

(Aristophanes)

Emotionalität und Intensität beherrschen die Improvisationen von Warnfried Altmann und Hermann Naehring: Klangwelten schaffend aus Betroffenheit und Entsetzen, ohne letztlich den Optimismus zu verlieren, trotz historischer Erfahrungen und ganz gegenwärtiger Zumutungen braunen Gedankenschlechts und brauner Taten. Und mancher Diskussionen darüber.

„Magdeburg lebt!“ war das Motto der Wiederaufbau-Ausstellung 1947. Eine Hoffnung, die klang den Zeitgenossen fast wie eine trotzige Behauptung nach solch großer Zerstörung, doch recht schnell wurde sie zur Gewissheit durch harte Aufbauarbeit der Menschen hier. Wilhelm Deffke übrigens, bis 1933 und noch einmal kurz nach 1945 Direktor der damaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg, schuf das Plakat zur Ausstellung: einen Phönix, der aus der Asche aufsteigt. Kein schlechter Grund für ein Konzert an eben diesem Ort.

Mit Warnfried Altmann, Saxofon; Hermann Naehring, Schlagwerk, Tobias Hübsch

Original-Filmdokumente, Texten und Installationen

Idee und Leitung: Norbert Pohlmann

Unterstützt durch das Kulturbüro der Landeshauptstadt Magdeburg


Öffnungszeiten

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.

Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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