KONZERT IM FORUM: „Ein wahres Elend, der verdammte Krieg!“ (Aristophanes)

Dienstag, 16. Januar 2018, 20.00 Uhr

Zweimal wurde Magdeburg fast vollständig zerstört, in zwei Kriegen, an deren Ende die Überlebenden sicherlich hofften, fürderhin solch Morden verhindern zu können.

Die Magdeburgerin Irmtraud Leiden wurde nur zwölf Jahre alt. Sie starb an ihrem Geburtstag, am 16. Januar 1945 um 21.32 Uhr.

Tausende starben in Magdeburg während des 39 Minuten dauernden Bombenangriffs, des sechzehnten seit Beginn des Krieges. Dreizehn noch werden folgen, bis es endlich vorbei ist, das Sterben, das sinnlose für Führer und Volk. Und Vaterland, das den Tod brachte den Millionen auf den Schlachtfeldern und in Konzentrationslagern, das Krieg führte, nachdem es Barlach die Augen ausstach im Dom zu Magdeburg und anderswo, in der Hoffnung, es sähe keiner das Unrecht und die Unmenschlichkeit.

In Erinnerung an Irmtraud L., die heute 85 Jahre alt hätte werden können, in Erinnerung an Millionen Kriegsopfer, die das Einzelschicksal nicht tröstlicher machen, lädt das Forum Gestaltung anlässlich des 73. Jahrestages der Zerstörung Magdeburgs im Zweiten Weltkrieg zu einem Konzert ein, das dem Wunsch nach Gewaltverzicht und nach Frieden weltweit Ausdruck verleihen will:

EIN WAHRES ELEND, DER VERDAMMTE KRIEG (Aristophanes)

Emotionalität und Intensität beherrschen die Improvisationen von Warnfried Altmann und Hermann Naehring: Klangwelten schaffend aus Betroffenheit und Entsetzen, ohne letztlich den Optimismus zu verlieren, trotz historischer Erfahrungen und ganz gegenwärtiger Zumutungen.

„Magdeburg lebt!“ war das Motto der Neuaufbau-Ausstellung 1947. Eine Hoffnung noch, die den Zeitgenossen fast wie eine trotzige Behauptung klingt nach solch großer Zerstörung, doch schnell ist sie zur Gewissheit geworden durch harte Aufbauarbeit der Menschen hier. Wilhelm Deffke übrigens, bis 1933 und noch einmal kurz nach 1945 Direktor der damaligen Kunstgewerbe- und Handwerkerschule Magdeburg, schuf das Plakat zur Ausstellung: einen Phönix, der aus der Asche aufsteigt. Kein schlechter Grund für ein Konzert an eben diesem Ort, dessen Innenhof nach dem Konzert zum stillen Gedenken einlädt – beim Hören der Magdeburger Kirchenglocken, die um 21.28 Uhr an den Beginn des Bombardements an jenem Winterabend des Jahres 45 erinnern.

„Ein wahres Elend, der verdammte Krieg“

Gedenkkonzert anlässlich der Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945.

Mit Warnfried Altmann, Hermann Naehring, Mohamad Issa und originalen Filmdokumenten und dokumentarischen Texten

Idee und Einrichtung: Norbert Pohlmann

Mit Unterstützung des Kulturbüros der Landeshauptstadt Magdeburg

Infos und Karten im Forum Gestaltung, Magdeburg, Brandenburger Straße 10

Karten: 15 / 10 € im Vorverkauf

Öffnungszeiten

Vom 24.12.2018 bis zum 01.01.2019 ist das Forum Gestaltung geschlossen.

Ausstellungen: Mittwoch bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr
Für Interessierte und Gruppen sind auch außerhalb dieser Zeiten Besuche vereinbar.
Büro: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr

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